Martin Jondo, der kleine Mann mit der großen Stimme, hat sein erstes Soloalbum herausgebracht. Wer den „Newcomer des Jahres“ (Riddim) schon kennt, weiß, dass er keiner ist, der im Reggae-Mainstream mitschwimmt, sondern einer, der sich langsam, aber scheinbar unaufhaltsam eine eigene Fangemeinde mit seinem eigenen Stil erspielt. Auf der Bühne steht er schon länger, manchmal lief das allerdings etwas unkonventionell: Die ersten Schritte in Richtung einer großen Tournee macht er mit Gentleman zusammen - allerdings stand er am Merch-Stand und immer nur kurz auf der Bühne. Später folgten dann Auftritte unter anderem mit Culcha Candela, die den Mann mit der Gitarre stetig bekannter werden ließen. Sein erstes Soloalbum überzeugt, wenn auch nicht unbedingt mit fulminanten Party-Tracks, dafür aber umso mehr mit melodischem Reggae auf eigene Art. Die beiden Feature-Tracks mit Gentleman und Miss Flint sind hier besonders gelungen. Das Album ist aus einem Guss, rund und stimmig. Was etwas schade ist: Alle Tracks sind englischsprachig; dabei kann Herr Jondo es doch auch auf Deutsch - wie er es schon 2001 mit Silly Walks bewiesen hat. Der Sommer kann mit diesem Album definitiv kommen. Wertung 8/10.