Schon die Covergestaltung von „Say what you mean“ versetzt den Betrachter vom Gefühl her Jahrzehnte zurück. Vermutlich trägt die wuschelig-lockige „Diana-Ross“-Mähne des dunkelhäutigen Sängers Reggie Watts, die sich doch sehr dominant dem Auge aufdrängt, das ihre dazu bei. Inhaltlich bzw. musikalisch handelt es sich jedoch weniger um alte Motown-Relikte als vielmehr um einen eigenständigen Sound einer aus Seattle kommenden Band. Insgesamt existiert die Band „Maktub“, deren Name aus dem Arabischen stammt, was soviel bedeutet wie „es steht geschrieben“, nun auch schon zehn Jahre und sie hat ihrer Heimatstadt in musikalischer Hinsicht ein völlig anderes Gesicht, abseits von Grunge gegeben. Die vor allem rhythmisch sehr abwechslungsreichen Songs leben von der ungewöhnlichen Verschmelzung aus Rockbeats, Elektropop-mäßigen Sequenzen und einer sehr souligen, manchmal bluesigen Stimme des charismatischen Sängers. Nicht zuletzt wurde das 99er Debüt-Album „Subtle Ways“ seinerzeit schon bei den Northwest Music Awards als bestes R & B-Album ausgezeichnet. Nachdem recht zeitnah das zweite Werk Khronos erscheint, nahm man sich für die Veröffentlichung von „Say what you mean“ schon mehr Zeit. Herausgekommen sind zehn Perlen, in denen Gesang und Musik, zugleich einfühlsam und kraftvoll eine Liaison eingehen, die sich durch das ganze Werk hindurch zieht. Nachdem die CD schon letztes Jahr in den USA veröffentlicht wurde und mit den drei Single-Auskopplungen „Promise me“, „Feel like another one“ und „Say what you mean“ erste Erfolge zu verzeichnen hatte, starten Maktub nun ihren Siegeszug durch Europa. Wertung 8/10.