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Ludacris - Release Therapy
Universal VÖ: 29.09.2006

CD im Bumbanet Store

 

„Achtung, Achtung! Dieses Album enthält nicht jugendfreie Inhalte, Kinder sollten sich die Ohren zuhalten und die Augen schließen...“ So beginnt „Release Therapy“, das neue Album vom Südstaaten-Rapper Ludacris.bDie Vorabsingle „Moneymaker“ ist ein gutschmeckender Appetizer, der böse Kritiker auf feine Kost einstimmt. An den Mischpulten stehen unter anderem The Neptunes und Dr. Dre, am Mikrophon sind Mary J. Blige, Pharrell Williams, Young Jeezy, R.Kelly und die Newcomer aus Ludacris’ hauseigenem Disturbing Tha Peace-Label Bobby Valentino, Shareefa, Shawna und Field Mob. In gewohnter Dirty South-Manier rappt der 28-Jährige auf „Release Therapy“ über altbewährte Themen wie Autos, Frauen und Geld. Passend zur Veröffentlichung hat Ludacris sich einen neuen Haarschnitt gegönnt. Die Cornrows, sein eigentliches Markenzeichen, mussten einem Fade (extremer Kurzhaarschnitt) weichen. 

Der Name „Release Therapy“ bezieht sich auf Ludacris’ Major-Label-Vertrag. Luda ist stolz, seinen 5-Jahres-Vertrag mit Def Jam erfüllt zu haben, während andere Rapmusiker struggeln, um wenigstens ein zweites Album zu veröffentlichen. In seinen Augen ist Musik von therapeutischer Wirkung und mit jeder Veröffentlichung wird seine ein Stück persönlicher, wodurch sich der ATL-Vorzeigemusiker immer wohler damit fühlt, der Welt zu zeigen, wer er ist. Sein letztes Album „Red Light District“, 2004, konnte mit den Hits „Get Back“ und „Pimpin’ All Over The World“ dienen. 2005 bekam Luda weltweite künstlerische Anerkennung für seine Rolle in der von John Singleton produzierten Ghetto-Story „Hustle & Flow“. Er spielte hier neben dem Hauptdarsteller Terrence Howard den Rapper Skinny Black. Vor kurzem wurde Ludacris für einen Grammy Award in der Sparte „Best Rap Solo Performance“ nominiert für seinen Song „Number One Spot“. Und auch sonst kann sich sein Lebenslauf sehen lassen: Über zehn Millionen verkaufte Alben weltweit. Durch den perfekten Cocktail aus street credibility und dem Anreiz nach kommerziellen Erfolg wird Ludacris weitere verkaufen können.

Mit „Release Therapy“ will er beweisen, dass er mehr kann, als wütende Disses (wie zum Beispiel auf Young Bucks Single „Stomp“, veröffentlicht letztes Jahr) zu droppen: Auf „War With God“ schießt Ludacris scharf auf unbenannte Gegner, in einem Interview sagte er, er beschimpfe sich hier selber. Selbstkritik also. Und in „Freedom Of Speech“ überrascht er mit einem ernsten Gebet. Luda grew up, ist auf „Release Therapy“ ruhiger als man ihn von seinen vorherigen Longplayern kennt. So ist  „Runaway Love“, eine sozialkritische Ballade mit Mary J. Blige, das krönende Highlight der Platte. Hier erzählt Ludacris drei Stories, die das harte Leben auf der Straße schreibt, drei Einzelschicksale, drei junge Mädchen, die von ihren Eltern geschlagen oder als Teenager schwanger werden, die wichtige Menschen verlieren oder durch den täglichen struggle drogenabhängig sind. Aber Ludacris hat keine 180-Grad-Drehung gemacht. Seine erfolgsgarantierenden Pornoreime bleiben uns dank „Girls Gone Wild“ und „End Of The Night“ erhalten. Musikalisch gibt sich Ludacris ungewohnt experimentell. So ist „Slap“ stark Metal-beeinflusst. Er sieht sein Album der Zeit voraus: „Ich könnte es auch 2010 veröffentlichen, dann wäre es genau am Puls der Zeit.“ An Selbstbewusstsein scheint’s ihm nicht zu mangeln.  

„Release Therapy“ hat trotz der textlichen Stärke musikalische Mängel; beatstechnisch hält es Kritiker-Ansprüchen nicht stand. Das liegt daran, dass wenige A-List-Producer vertreten sind. Zwar wurde mit Pharrell Williams und Dr. Dre zusammengearbeitet, aber zwei gut produzierte Tracks reichen nicht für ein Hit-Album. Es fehlen einfach die sonstigen Stamm-Musikmacher Timbaland, Organized Noize oder etwa Jazze Pha. Trotz solcher Mängel wird Ludacris den Respekt kriegen, den er für seinen positiven Richtungswechsel verdient hat. Wertung 7/10.

Autor:
Julia Finger


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