Er ist Berliner. Und Kubaner. Diese Mischung macht’s, denn Lucry, der mit bürgerlichem Namen Luis Cruz heißt, will ein neues Genre etablieren. Eine Mischung aus Reggaeton, deutschem HipHop und Dancehall. Das wirft einige Fragen auf, auch deshalb, weil Lucry erst 16 Jahre alt ist. Nach dem Beginn mit durchschnittlich gerappten deutschen Texten, nähert er sich erst auf „Feueralarm“ dem Albumtitel „El Latino Alemán“ an: Energie, Feuer, Dancehall und ein paar spanische Phrasen. Es wird bei diesem Culture-Mix bleiben, deutsche und spanische Einflüsse halten sich die Waage, wobei deutsche Texte eindeutig dominieren, das Spanisch beschränkt sich meist auf die Hooks. Es ist ein schnelles, rasantes Album. Nachdenkliche Nummern wie „Es kommt alles zurück“ bleiben die Ausnahme. „Ich hab ein Berliner Herz’“ sagt Lucry, und das charakterisiert den „El Latino Alemán“ recht gut. Er mischt, was es zu mischen gibt. Er mischt so viel, dass man am Ende nicht so recht weiß, wo man jetzt eigentlich ist. Ist es Reggaeton? Ist es Dancehall? Ist es HipHop? Ist es Berlin? Bis wir diese Frage geklärt haben, wissen wir zumindest: das ist Lucry. Insgesamt ein beachtliches Debüt für einen 16-Jährigen. Die Feinheiten und Details, die hier noch fehlen, könnten durchaus mit dem nächsten Album kommen, das dann richtig einschlagen dürfte. Wertung 7/10.