Live kommen immer wieder, auch wenn eigentlich nicht mehr damit zu rechnen war. Doch mit dem siebten Album von Sänger Ed Kowalczyk und seinen Kollegen konnte gerechnet werden, und ausgerechnet diesmal will die Rechnung nicht so recht aufgehen. Schon die erste Single „The River“ macht das Problem deutlich. Ja, die eingängigen Melodien sind da, so wie man sie von Live kennt, doch wo sind die Gitarren, wo sind die Emotionen, wo ist die Spannung? Mit dem legendären „Throwing Copper" hat „Songs from Black Mountain“ leider nur noch wenig zu tun. Das neue Album vermag es auf keinem der 12 Songs an alte Zeiten anzuknüpfen, kontrollierter Pop, berechenbar und bieder, das sind Live nach 20 Millionen verkauften Alben. Ob daran Produzent Jim Wirt (Incubus, Hoobastank) Schuld ist? Oder dass sie sich in Santa Barbara nur drei Wochen Zeit ließen? Fairerweise muss gesagt werden, dass nun wirklich nicht alles schlecht ist und Ed Kowalczyk seine charismatische Stimme behalten hat. Wer ein braves Ami-Album mit Hang zum Seichten sucht, wird bestimmt nicht enttäuscht. Alte Live-Fans werden es aber sein. Da bleibt nur die Hoffnung, dass auf den Live-Konzerten die Gitarren noch richtig röhren. Wertung 4/10.