Verträumt tiefe Klangwelten, faszinierend schöne Melodien, sanft einschmeichelnder Gesang und ein Hauch zarter Melancholie: Willkommen in der Welt von Late Night Venture. Es ist das erste Album der vier Dänen, die zuvor einige Jahre als Flying Virgins unterwegs waren. Mehr Pop als Indie steckt hier nicht unbedingt drin, und auch wenn sich Late Night Venture aus der Dunkelheit Skandinaviens empor winden erreichen sie nie den sonnigen und wolkenlosen Himmel. Kein gummizäher Honigpop, sondern ein oft rauer, manchmal auch holpriger Ausflug in dunkle Wälder. So fehlen im Verlauf auch rockige Gitarren und schräge Töne nicht, die ein perfekt akzentuiertes Gegengewicht zum dahinschmelzenden Indiepopklang bilden. Die Musik treibt sich selbst an, die Songs bauen sich auf, entwickeln und öffnen sich, kehren aber auch immer wieder zu ihren Wurzeln zurück. Ideenreiches Songwriting verhindert den Gleichklang. Dabei können gerade die etwas kraftvolleren Songs wie „Pay The Moon“ gefallen. Überwiegend ist die Stimmung allerdings zurückhaltend, ruhig und abwartend. Wer Elbow mag, wird von diesen begeistert sein. Wertung 8/10.