Kopfhörer, Nummer Zwei. Nicht Berlin, nicht Hamburg, nicht Ruhrpott oder gar München, Kopfhörer kommen aus der schönen Lahnregion, verteilen sich irgendwo zwischen Limburg, Koblenz und Mainz. Entsprechend relaxt sind die vier Jungs auch drauf, kein Beef oder keine Battle Raps (na gut, ein paar wenige schon), sondern Texte mit Tiefgang und Wortwitz. Fürs Intro haben sie sich Badesalz geholt, was aber weniger witzig ist. Stilistisch spulen Kopfhörer eine große Bandbreite ab. Ob eine echte Rocknummer mit Gitarren „Das ganz normale Chaos“ oder ein bisschen Oldschool Funk Rap „Funky Drauf?“, trotzdem bleibt das Schwergewicht auf deutschem HipHop mit smoothen Beats und Sozialkritik. Auf der Suche nach „Neuen Träumen“ oder über Deutschlands „Elite“, Kopfhörer haben einiges zu sagen und liegen weit ab von den üblichen Platitüden und dem HipHop-Einheitsbrei. Das Album mit seinen 19 Tracks kommt ohne große Features aus. Die Namen neben Microphone Mafia, denen übrigens auch das Label Al Dente gehört, auf dem Kopfhörer gesignt sind, gehören eher zu einer unbekannten Sorte, so Michael Braun oder Mammut Freshest. Eine runde Sache, diese Scheibe. Und ein bisschen besser als das letzte Album von Kopfhörer, „Ultraschall“. Wertung 7/10.