Wie könnte ein modernes Rockalbum aussehen? Kevins Campfire aus Ingolstadt machen es vor, denn sie haben von allem etwas. Alternative, Punkrock, Emo, Indie, die 12 Songs lassen nur elektronische Facetten aus. Erdig, voll, warm rockt das Trio zu Beginn des Debütalbums „Disaster“, doch danach wird es mit dem Titeltrack „Disaster“ punkiger. In den Hook mischen sich ein paar Hardcore-Shoutings. Die Abwechslung bleibt, schon ein Track später wechseln Kevins Campfire mit „Last Dance“ und „Hopefully Right“ zum Indiesound und lassen die Melodien sprechen. Überzeugend ist Sänger Oliver Gries mit seiner charismatischen und sanften Stimme. Richtig geht’s ab bei „XT 7918“, einer mitreißenden Punkrocknummer, und bei „Massacre“ wegen dem coolen, mitsingbaren Refrain. Zu den stärksten, weil komplettesten Stücken gehört „Get Down“ im letzten Drittel der Spielzeit. Kurzum: diese Scheibe macht viel Spaß, weil sie alles andere als eintönig ist. Abzüge gibt’s aber in der „B-Note“: Das Songwriting ist teils nicht richtig ausgefeilt, der Sound ist nicht druckvoll genug und nicht rund genug abgemischt. Darüber sehen wir hier mal hinweg, denn diese Band verspricht so einiges zu werden. Wertung 7/10.