Kante – Die Tiere sind Unruhig Labels Germany VÖ 04.08.2006
Wahrscheinlich kein anderes deutschsprachiges Album wurde dieses Jahr so sehnsüchtig erwartet wie Kantes, „Die Tiere sind unruhig“. Alleine schon der gleichermaßen interessante wie verwirrende Titel machte das Warten auf die ersehnte Veröffentlichung nicht einfacher. Nun ist es endlich da und es ist Kantes bis dato bestes und vielschichtigstes Album geworden. Zwar haben die fünf Hamburger auf ihrem Debüt, „Zwischen den Orten“ mal als Postrockband angefangen, doch davon ist nichts mehr übrig geblieben. Ziemlich rockig ist das neue Album stattdessen, selbst Sänger Peter Thiessen verhehlt nicht den großen Queens of the Stone Age Einfluss. Ein musikalischer Rückschritt, wer Post-Rock gegen Rock eintauscht? Blödsinn. Die sieben Songs zeigen Kante auf dem Höhepunkt ihres Schaffens, deutschsprachiger Indie-Rock wie er intelligenter und eindringlicher nicht sein könnte. Dabei beeindruckt das Album musikalisch vor allem mit seinem großen Facettenreichtum. Von der wütenden und apokalyptischen Horrorvision „Ich hab´s gesehen“, zu dem nachdenklichen und verwirrenden Titelstück „Die Tiere sind unruhig“, dem lustig-funkigen „Die größte Party der Geschichte“ – in dem Gitarrist Felix Müller mit einer gelungenen Rapeinlage beeindruckt – bis hin zu dem instrumentalen „Ducks and Daws“, ein Song zu dem nur noch der passende Film fehlt, stimmt einfach alles. Doch nicht nur musikalisch beeindrucken Kante: ihre wunderschönen, teils spielerisch-ironischen, teils wütend-befremdenden deutschsprachigen Texte fügen sich nahtlose in diese musikalische Höchstleistung ein. Vergleiche mit nahe stehenden Bands brauchen Kante nicht zu scheuen: Erst recht nicht mit Blumfelds „Verbotene Früchte“ und Tocotronics „Pure Vernunft darf niemals siegen“. Einfach eine Klasse für sich. Wertung 9/10.