Wer sich schon auf ein neues Jeff Mills Album gefreut hat und damit verbunden Techno erwartet, wird bei „Blue Potential“ nicht unbedingt glücklich werden. Zum ersten Mal in seiner Karriere hat der DJ mit klassischen Musikern zusammengearbeitet. Das Ergebnis wurde bei einem Live-Konzert, dem ersten von Jeff Mills seit 1991, am Pont du Gard in Südfrankreich umgesetzt. 15 Jeff Mills Songs wurden vom Nationalorchester Montpellier unter der Leitung von Komponist Thomas Roussel in ein Gerüst klassischer Musik umgesetzt. Von den ursprünglichen Songs und deren Wirkung ist dabei natürlich nur wenig übrig geblieben, das Geschehen wird vom 80-köpfigen Orchester dominiert. Beats und Einlagen von Jeff Mills halten sich zurück. Ganz neu sind derartige Experimente für die Techno-Legende aus Detroit (heute in Chicago lebend) allerdings nichts, so versuchte er sich bereits an einer Filmmusik für Fritz Langs Film „Metropolis". Ganz unpassend wären die meist dunkel-spannungsgeladenen und mit behäbigem Tempo vorgetragenen Klänge von „Blue Potential“ dafür auch nicht. Das Konzert ist sowohl auf CD wie auch DVD erhältlich. Auf der DVD ist eine 30-minütige Dokumentation, bzw. Making Of, enthalten. Ansonsten ist das Bonusmaterial aber recht knapp ausgefallen. Wertung 7/10.