Diese Nachricht war schrecklich für alle Fans: Nach ihrem Album “Lifeblood” beschlossen die Manic Street Preachers im Jahr 2004, eine längere Pause einzulegen. Was für ein Glück, dass James Dean Bradfield ein Workaholic ist! Denn so nutzt der Manics-Sänger die Auszeit und legt mit „The Great Western“ sein erstes Soloalbum vor. Auf dem frönt er – oh Wunder – astreinem Britpop ganz in der Tradition seiner Hausband. Zwar nicht vom Originellsten, aber vom Feinsten! Denn Bradfield schreibt ganz wunderbare Songs, die herrlich lange im Gehör haften bleiben. Ob „An English Gentleman“, das balladeske „Still A Long Way To Go“ oder das überragende „Émigré“: Die Lieder gehören alle zur Champions League dieses Genres. Das einzige, was James Dean Bradfield nicht gelingt, ist ein absoluter Überhit, ein Songs in der Liga von „Everlasting“ oder „Ocean Spray“ seiner Hausband. Aber egal: „The Great Western“ ist trotzdem ein Klasse-Album. Denn im Gegensatz zu den Veröffentlichungen seiner etatmäßigen Kapelle findet sich auf dieser CD kein einziges schwaches Lied. Pause hin oder her: Diese Scheibe müssen alle Manics-Hörer in ihrer Sammlung haben. Bradfield steht auch solo der Größe seiner Band in nichts nach! Wertung 9/10.