Jamelia. Assoziation: „You must be some kind of superstar“. Für viele der Sommerhit 2004, für nicht weniger Musikfans der nervigste Song des vorletzten Jahres. Doch auch Pop-Hasser müssen sich eingestehen: ein Lied, das aus dem Kopf nicht mehr heraus will, kann, geht.
Vor zehn Jahren, 1996, unterschrieb die britische Sängerin ihren ersten Plattenvertrag. 15 Jahre alt war sie damals und durfte in Ruhe reifen. 1999 legte sie daraufhin mit der UK-Top-5-Single "Money" einen blitzsauberen Start hin. Seitdem hat die Sängerin zwei erfolg- wie abwechslungsreiche Alben veröffentlicht ("Drama", 2000 und "Thank You", 2004) und mit „Superstar" im vorletzten Jahr einen europaweiten Top-Hit gelandet, der es in Deutschland bis auf Platz vier schaffte. Sie räumte Auszeichnungen rund um den Globus ab, schrieb einen Song mit Coldplay-Sänger Chris Martin und steuerte zum "Bridget Jones II"-Soundtrack ihre Version des 80er-Softers "Stop" bei.
Doch plötzlich war sie verschwunden. Babypause. Und nun ist die zweifache Mutter zurück, mit neuer Single, neuem Album und neuem Nebenjob: Supermodel. Am 22.09. veröffentlicht die Britin ihr drittes Album "Walk With Me“, die erste Auskopplung heißt "Something About You". Begonnen hat Jamelia ihre Karriere als R’n’B-Sängerin, doch "Something About You" ist eindeutig eine seichte Pop-Nummer.
Ohne Frage, das Album ist chartstauglich und wird den Erfolgsvoraussetzungen des Mainstreams gerecht, aber ob die Platte auch mehr Kritiker als nur die breite Masse beeindrucken wird?
Abgesehen von „Something About You“ bietet die Scheibe unter anderem den Geheimfavoriten vieler Musikjunkies: "Beware Of The Dog", eine Sampleversion von Depeche Modes "Personal Jesus". Dieser Track dürfte kommerziell einen ähnlichen Chart-Start wie Rihannas "S.O.S." hinlegen, klingen die Songs doch verwirrend gleich. Achtung, akute Verwechslungsgefahr!
Charthit-Garantie liefern sonst noch „Window Shopping“, die weibliche Version von 50 Cents „Window Shopper“, in der Jamelia von teuren Luxusartikeln schwärmt, und auch der Girl-Power-Song "No More". Hier sagt sich Jamelia von einer schlechten Liebesbeziehung los. Ansonsten ist ihr neues Album mit den gefühlvollen Balladen "La La Love", "Go" sowie "Get Up, Get Out" bestückt.
Doch auch wenn „Walk With Me“ von Hip Hop-Urgestein Afrika Bambataa produziert wurde und Rap-Neuentdeckung Sway featured, Samples von Depeche Mode und Kool and the Gang enthält, übertrifft dieses Album nicht den Hitlist-Standard. Die Songs sind nett anzuhören, aber man vermisst eine musikalische Weiterentwicklung Jamelias.
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