Ist das Robbie Williams? Nein, aber es ist sein ehemaliger Songschreiber Guy Chambers. Britisch ist und klingt das Album trotzdem nicht, sondern französisch. Das mag an der Schauspielerin und Sängerin Sophie Hunter liegen, die die französischen Chansons singt. Sie ist noch ein unbeschriebenes Blatt, spielte in „Vanity Fair“ mit und ist die Cousine der in Frankreich lebenden englischen Schauspielerin Jane Birkin. Wir haben es hier zweifelsohne mit einem Konzeptalbum zu tun; einem fantastisch guten. Ab geht es in die 60er zu den Größen des französischen Pop, wie dem bereits verstorbenen Serge Gainsbourg (Jane Birkin war einige Zeit seine Frau) und der noch lebenden Francoise Hardy. Retro und alt klingt das Album jedoch nie, so leicht und frisch kommen die zwölf Songs daher. „Les Heures Où Je M‘eclipse“, „La Muscade“ oder „La Palissade Dans La Baie“, so die vielsagenden Namen. Die Musik ist da nicht anders, verträumt, süß, gefühlvoll, lasziv, französisch. Gab es ein Album in den letzten Jahren, das französischer klang und dabei gar kein echtes Stück Frankreich war? Vielleicht harmonieren Paris und London doch miteinander? Doch Fragen wirft „Isis“ eigentlich nicht auf, so vollkommen glücklich macht dieses Werk. Zugegebenermaßen mit einfach Mitteln, mit Musik aus der Retorte, mit altbekannten Stilmitteln. Easy Listening eben. Widerworte nutzen nichts, niemand kann dieser Sophie Hunter widerstehen. Dem erfolgreichsten Songwriter Europas der letzten Jahre auch nicht. Wertung 9/10.