Als Incubus 1991 gegründet wurden, spielten sie ganz zeitgemäß eine wilde Mischung aus Metal, Funk und Crossover. Ganz zeitgemäß haben sie sich heute von diesem Sound verabschiedet. Das sechste Album „Light Grenades“ ist eine konsequente Weiterentwicklung des Vorgängers „A crow left of the Murder“, der schon ohne echte Hitsingles auskam. Brandon Boyd beschreibt das neue Werk mit „Noch nie waren wir so nah dran, die Band zu sein, die wir immer sein wollten, wie mit diesem Album". Das heißt mit anderen Worten, dass Incubus schon immer geheimnisvoll, sperrig, vertrackt und avantgarde klingen wollten. „Light Grenades“, das übrigens den längsten Entstehungsprozess aller Incubus Alben hatte, klingt wie eine Achterbahnfahrt. Es ist ein auf und ab zwischen sperrigem Riffgewitter wie zum Beispiel auf dem Titeltrack „Light Grenades“, und eher ruhigen Stücken wie „Diamonds And Coal“. Dennoch: Ohne kraftvolle Gitarren kommt keiner der 13 Songs aus. Einzige Ausnahme ist vielleicht die sehr charakterstarke Ballade „Paper Shoes“, die mit dem charismatischen Gesang von Brandon mit einfachsten Mitteln in den Bann zieht, oder der letzte Track „Earth To Bella (Part II)“, der dem Album einen friedlich-besinnlich Schluss beschert. Mit „Light Grenades“ ist Incubus wieder ein überragendes Rockalbum gelungen: Intensiv, tief und dynamisch. Ob es besser ist als die Vorgänger, muss jeder für sich selbst entscheiden. Enttäuscht wird jedenfalls kein Incubus Fans sein. Wertung 9/10.