Gibt es Indies auf Dancemusic? Oder Dancemusic für Indie-Clubs? Hey Willpower aus San Francisco sind mit Sicherheit keine durchgestylte Tanztruppe für MTV-Videos, machen aber smoothen R’n’B, Pop & Soul wie er von Justin Timberlake kommen könnte. Das was das Quartett auf seinem Debütalbum macht, ist definitiv kein harter Electro-Shit, noch Avantgarde-Pop oder sperriger Indie-Pop. Und das überrascht, weil der optische Gesamteindruck sowie Covergestaltung eine andere Erwartungshaltung aufbauen. Doch selbstverständlich geben sich Hey Willpower, die bereits mit Le Tigre und den Scissor Sisters auf Tour waren, nicht mit belanglosen Popbeats aus der Retorte ab. Die Produktion ist durchdacht, die Songs sind vielschichtig, die Ideen zahlreich. „PDA (Public Display Of Affection)“ klingt durchgängig ziemlich bekannt, so, als hätten wir schon etliche Nächte zu diesem Album durchgetanzt. Es sind eben die Melodien, die auch die Größen der Popmusik benutzen. Euch war es immer schon peinlich vor euren Freunden zuzugeben in die Discos und Clubs zum Tanzen zu gehen? Dann habt ihr jetzt Hey Willpower. Eine Band, die blinkende Beats auch in der Independent-Szene salonfähig macht. Und das so gut, dass sie sich auch vor den „Originalen“ nicht verstecken muss. Wertung 9/10.