Magst du Roisin Murphy? Nein, die singt auf dem neuen Album von Englands Electro-Erneuerer Matthew Herbert nicht. Trotzdem sind Parallelen zu ziehen, musikalisch und im Gesang, der von Herberts Partnerin Dani Siciliano, selbst umtriebige Artistin, beigesteuert wird. Mit dem neuen Werk betritt der auch als Doctor Rockit, Wishmountain, Radio Boy oder Transformer bekannte Producer neue Pfade. Eingängig sind die Tracks, entspannt und verträumt. Keine harten Beats, sondern echtes Songwriting. „Scale“ lässt sich Zeit, sich zu entfalten, und kündigt schon mit seinen Songtiteln an, was kommt. „Harmonise“, „We’re in love“, „Birds of a feather“ oder „Down“. Gleichzeitig öffnet sich Herbert mit der neuen Platte einem neuen Publikum, Leuten, die Moloko mögen, aber auf tanzbare Rhythmen verzichten können. Für eingefleischte Fans mag das keine Offenbarung sein, ist es vielleicht auch gar nicht. Aber ein sehr harmonisches Album, geschickt inszeniert. Wertung 8/10.