Heaven Shall Burn – Deaf To Our Prayers
Century Media VÖ: 25.08.2006
Einst waren sie Geheimtipp und Hoffnungsträger der deutschen Metalcoreszene: Heaven Shall Burn aus Thüringen. Doch spätestens seit dem 2002er Album „Whatever It May Take“ und dem engagierten Nachfolger „Antigone“ spielt die Band in der obersten Liga. Nach einem Besetzungswechsel an der Gitarre erscheint jetzt bereits das vierte (reguläre) Album, das in Dänemark von Jacob Hansen gemixt wurde. Anders als jetzt vielleicht zu vermuten wäre, klingt das neue Material jedoch roher und ungeschliffener. Die 11 Songs bahnen sich wie rein reißender Fluss ihren Weg und schleppen dabei alles mit, was nicht niet und nagelfest ist. Stilistisch bedient das Quintett wieder eine große Bandbreite, vom dunklen Opener „Counterweight“, über den geknüppelten Moshpit von „Trespassing The Stones Of Your World“ bis zum theatralisch getragenen „Of No Avail“. Im Gegensatz zum Vorgängeralbum „Antigone“ gelingt es Heaven Shall Burn allerdings nicht mehr so stark, ein eigenes Profil zu entwickeln. Der Sound schwimmt im Strom aktueller Hardcore und Metalcore Veröffentlichungen, hebt sich aber wenig ab. Wer ein geradliniges und direktes Album sucht, den wird das wenig stören: die musikalische Umsetzung erfüllt ihren Zweck. Inhaltlich setzt sich Sänger Marcus Bischoff mit Globalisierung und industrieller Revolution auseinander und greift dabei auch Textgrundlagen von Gerhart Hauptmann „Die Weber“ oder Heinrich Heine auf. Das jedoch lenkt auch nicht davon ab, dass „Deaf To Our Prayers“ nicht ganz so stark geworden ist, wie man erwarten konnte. Heaven Shall Burn sollten beim nächsten Album noch mal etwas drauflegen, um nicht von der Konkurrenz eingeholt zu werden. Wertung 7/10.