Gov’t Mule – High & Mighty Blue rose records / Soulfood VÖ: 15.09.2006
Gov’t Mule steht als Abkürzung für Government mule, hat aber weniger eine politische als vielmehr eine sexistische Bedeutung im Süden der USA. Der Stil dieser Band, einem Powertrio, das 1994 gegründet aus der Allman Brothers Band hervorging, bewegt sich folglich auch zwischen Southern Rock, Blues Rock, Heavy Rock und Jamrock. Es ist nicht verwunderlich, dass man angesichts dieses stilistischen Hintergrundes beim Hören öfter den Eindruck hat, alten Bands, wie Led Zeppelin zu begegnen. Gerade der erste Song „Mr. High & Mighty“ der offiziell mittlerweile fünften Studio-CD erinnert im Opening einschließlich Gesang auch ein wenig an AC/DC. „Streamline woman“ dagegen allein schon auf Grund der phonetischen Nähe an Strange kind of woman von Deep Purple, wobei hier die Hammond-Orgel das ihre dazu beiträgt. Der Sänger und Gitarrist Warren Haynes hat eine sehr kraftvolle Stimme, die sowohl für härtere Passagen wie auch für ausdrucksstarke Balladen geeignet ist. Gerade letztere sind mit „So weak, so strong“, „Child of the earth“ und „Nothing again“ reichlich vertreten und gefühlvoll interpretiert. Vielseitigkeit zeigt sich vor allem in dem eindeutig reggaemäßig angehauchten „Unring the bell“, aber auch im rhythmisch, sowohl vom Schlagzeug als auch vom Bass her, völlig aus dem Rahmen fallen-den „Like flies“. Mit „Million miles from yesterday“ bekommt man einen Einblick in die bluesig-soulige Facette des Trios. Die überwiegend langen bzw. langgezogenen Stücke erzeugen allerdings zum Ende der Platte hin beim Hörer einen gewissen Sättigungsgrad. Wertung 7/10.