Was macht Fergie ohne die Black Eyed Peas: Hängt sie die HipHopper ab? So ganz losgelöst von ihren Karriere-Startern ist ihr Soloalbum am Ende nicht, produzierte doch Will.I.Am einen Großteil der Songs. Zu hören ist das nicht wirklich, denn musikalisch dominieren auf „The Dutchess“ eher sanfte Klänge. Und überhaupt geht die Emanzipation der Fergie nicht so weit, wie man hätte vermuten können. Viel HipHop, Urban Beats, R’n’B, Reggae und Pop, das ist ein wilder Mix aus dem, was andere Stilikonen wie Gwen Stefani machen. Nur bei Fergie will es, abgesehen von glänzenden Nummern wie der Single „London Bridge“, „Clumsy“ und „Pedestal“ nur selten so richtig nach Fergie klingen. Viel softer Pop und R’n’B, zum Beispiel bei „Big Girls Don’t Cry“, „Velvet“ und „Finally“ (produziert von John Legend und trotzdem schlecht), kommt hier zusammen, der nicht wirklich überzeugen kann. Besser da „Mary Jane Shoes“, eine flotte Reggae-Rock-Nummer, wenn auch abgekupfert bei Bob Marleys „No woman no cry“. Zum Schluss geht’s dann mit den Black Eyed Peas auf „Get Your Hands Up“ noch mal ab. Unterm Strich hat „The Dutchess“ einige richtig gute Songs zu bieten, aber auch einige richtig schlechte. Enttäuschend, weil die Single vielversprechend war und Fergie die Chance verpasst hat, ihren eigenen Style durchzubringen. Wertung 6/10.