Selten bekommt man ein Album zu hören, dass sich von den anderen Alben abhebt, weil es durch und durch anders ist. „Fauve“ (gesprochen `Fohw´- französich für Raubtier) ist anders. Was genau passiert, wenn man das Album in seinen CD-Player legt und die Playtaste drückt, ist nur schwer zu beschreiben. Der Hörer wird in eine surreale Klangwelt entführt, die beruhigend und verstörend zur selben Zeit sein kann. Dabei kann man das, was man hört keiner Musikrichtung eindeutig zuweisen, da sich der Schweizer Nicolas Julliard, der hinter dem Projekt steht, aus den verschiedensten Musikrichtungen bedient. Es gibt Elemente aus Pop, Klassik, Jazz, Swing und vielen anderen Arten von Musik. Zur Musik von „Fauve“ gehören sowohl die Gitarre als auch der Big Band Sound, sowie die teilweise sehr kratzigen und rauen Samples. Die Musik des Schweizers ist zwar zum größten Teil am Computer produziert und wirkt dennoch nicht elektronisch. Was die Texte angeht, so gehen diese eher unter, da es dem Zuhörer wirklich schwer fällt diese zu erfassen, da ihn die Musik an sich so sehr in den Bann zieht. Dennoch darf die sanfte und ruhige Jazzstimme nicht fehlen. Sie ist zwar nicht das tragende Element, aber trotzdem würde das ganze ohne sie nicht so gut funktionieren. „Fauve“ ist ein Album, welches sich bestens für die ruhigen Stunden zuhause eignet. Zum „einfach mal runter kommen“, zum Stressabbau oder als Hintergrundmusik für gepflegte Unterhaltungen in geselligen Runden. Auf keinen Fall ist es zum aufmerksamen Hören geeignet, dann wird es schnell zum Langweiler. Man sollte sich darauf einlassen, von der Musik getragen zu werden und alles um sich herum zu vergessen. Jedenfalls ist „Fauve“ mit seinem Album eine Klangkollage gelungen, die einen echten Ruhepol zu unserer hektischen und lauten Gesellschaft darstellt. Ein echter Geheimtipp. Wertung 8/10.