Seit dem die Guano Apes abgedankt haben ist es recht ruhig um die Musiksparte „Harter Rock mit weiblichem Gesang“ geworden. Exilia könnten das mit ihrem dritten Album „Nobody Excluded“ zumindest theoretisch ändern. Erfolg hatte die Mailänder Band schon, der Vorgänger „Unleashed“ kletterte in die Top-40 der deutschen Charts. Die ersten Songs des neuen Albums schüren die Erwartungen, mit „Kill Me“ und „Nobody“ sind Exilia zwei richtige Knaller gelungen: hart, packend, eingängig. Auch danach können die Italiener das Niveau mit „Destroy My Eyes“ noch halten. Zur Mitte des Albums fängt Sängerin Masha jedoch an Balladen zu singen, und das will nicht so recht zu ihrer Stimme passen. Unnötigerweise wird dadurch auch das Tempo aus dem Album genommen, was dem Gesamtbild nicht zugute kommt. Fairerweise muss gesagt werden, dass die Mehrzahl der 12 Songs dennoch zur rockenden Sorte gehört und Exilia ordentlich dampf ablassen. Schade jedoch, dass es die Produzenten Resetti Brothers & Udo Rinklin wohl als oberstes Ziel sahen, den Sound glatt zu schleifen. Zwar hat Mashas Stimme nichts von ihrem Volumen verloren, Gitarren und Drums wirken stellenweise aber sehr synthetisch. Immerhin nimmt das Album nach schwachem Mittelteil mit Songs wie „In A Coma“ und „Justify Yourself“ gegen Ende wieder Fahrt auf. Trotzdem bleibt nicht mehr, als das dritte Exilia Werk solide zu nennen. Eine Hand voll gute Songs reichen nicht aus um 40 Minuten zu unterhalten. Schade drum, denn die Italiener hätten Potenzial für mehr. Wertung 6/10.