Enik – The Seasons in Between Wonder Records / Emi VÖ 24.02.2006
Was ist das denn für ein Freak, denkt man sich hier nach den ersten Tönen. Irgendwie bleibt einem nicht viel anderes übrig als mit dem Kopf zu schütteln. Und dieser Eindruck verfestigt sich – ein Känguru mit einem verstört dreinblickenden Typen auf dem Cover. Das soll Enik sein? Und der ist aus München und gerade mal 25? Irgendwie mag man das alles nicht glauben. Genau so wenig den Blödsinn den seine Plattenfirma über ihn im Presseinfo schreibt, „Art-Pop, Distortion-Blues, Jazz-Romantik, Prog- und Rock-Ekzentrik, Melodien-Dramatik und Theater-Elektronik, vereint in anti-autoritären Arrangements“ – da hat aber mal wieder einer ganz schön tief in die rhetorische Trickkiste gegriffen. Vielleicht ist diese Beschreibung aber auch nur aus Verzweiflung entstanden, denn „The Seasons in Between“ ist definitiv nichts für Schubladen-Denker. Wer sich aber eine stark elektronisch angehauchte Mischung aus Tom Waits und David Bowie gepaart mit dem Wahnsinn eines Klaus Kinski vorstellen kann, der sollte hier mal reinhören. Wertung 6/10.