Der Kopf von Harmful kann auch leise: Im Gegensatz zum kräftigen Noise-Rock seiner Band geht Aren Emirze auf seinem Soloalbum den Weg zum Indie-Pop. Schwermütig, melancholisch, verträumt und emotional klingen die zwölf Songs von „A Gentle Kind Of Disaster“, das die innersten und persönlichsten Seiten des Frankfurter Musikers hervorkehrt. Dabei schimmern auch immer wieder seine armenischen Wurzeln durch, was dem Album einen leicht folkloristischen Touch gibt. Insgesamt dominiert jedoch das klassische Spiel mit Gitarre und Gesang. Dunkle Stücke, vorsichtig instrumentiert, nachdenklich und besinnlich. Das Tempo zieht wie bei „Pure aftertaset“ nur selten mal an. Trotzdem klingt kein Song wie der andere, jeder hat seine eigene Note. Das Album läuft auf das Ende hinaus. Im vorletzten Stück „Cut the line“ singt Aren im Duett mit seinem vor drei Jahren verstorbenen Vater. Die Aufnahme basiert auf einer Kassette mit Songs seines Vaters, die Aren gefunden hat. Fortgeführt wird dies in „Achtschig sirunag“, das von Arens Vater komponiert wurde und in armenischer Sprache verfasst ist. Ein bewegender Abschluss für ein rührendes Album. Wertung 8/10.