Klar, beim Namen Edgar Allan Poe fallen zuerst Assoziationen mit Detektivgeschichten. Doch davon gibt es hier keine, stattdessen wandelt die Doppel-CD auf den romantischen Spuren des 1809 geborenen US-Amerikaners. Während seine Texte auf CD 2 musikalisch umgesetzt wurden, gleicht CD 1 eher einem Hörbuch. So liest zum Beispiel Christopher Lee „The Raven“. Wem dessen Stimme bekannt vorkommt, der hat Lord of the Rings auf Englisch gesehen. Übrigens ist das auch die einzige englische Version, etwas schade. Auch auf der zweiten CD gibt es nur wenig Englisches zu hören, dafür bekannte Bands wie L’ame Immortelle. Dazu kommen Subway to Sally und Alexander Veljanov (Deine Lakaien). Experimenteller geht es bei FM Einheit zu. Schön sind die beiden instrumentalen Nummern am Ende von Ronald Stein und Les Baxter. Zurück zur ersten CD, dort liest unter anderem auch Dero von Oomph!, daneben Kai Wiesinger, Iris Berben und Dietmar Bär. Über die Umsetzung Edgar Allan Poes Originale hier kann gestritten werden, eine interessante Sache ist das Projekt „Visionen“ jedenfalls geworden. Wertung 8/10.