Als die damals 8-jährige Virginia O’Hanlon im Jahre 1897 einen Brief an die New York Sun schrieb und fragte, ob es den Weihnachtsmann tatsächlich gibt, ahnte sie nicht, dass sie eines Tages als Inspiration für den Albumtitel des neuesten musikalischen Werkes der Bostoner Punk-Kabarett Band The Dresden Dolls dienen würde. Das außergewöhnliche Duo um Amanda Palmer und Brian Viglione schaffte es schon 2004 mit einer Mischung aus Punk und Weimarer Kabarett ihr Publikum zu begeistern und wird wohl auch mit dem zweiten Album „Yes, Virginia“ keinen Fan verlieren, sondern eher noch dazugewinnen. Produziert von Sean Slade und Paul Q. Kolderie (Radiohead, The Pixies, Hole) kommt das neue Werk ein wenig druckvoller daher als der Vorgänger. Die musikalischen Versuche der beiden Konzeptkünstler, Antworten auf ein unerklärliches Leben zu finden schwingen zwischen düster, agressiven Ausbrüchen und sanften Klängen von Optimismus und kindlichem Staunen. 13 Lieder voll schwarzen Humors und mit einem feinen Sinn für das Absurde. „Life’s no cabaret/ we’re inviting you anyway“. Wertung 8/10.