Dancehall boomt – nicht nur in Deutschland, sondern auch in der Schweiz. So wundert es auch nicht, dass jetzt mit Dodo der nächste Reggae-Artists mit einem Album durchstartet, der seine Texte in Schwyzerdeutsch singt. Das macht für Nichtschweizer die Sache schwierig, dem Gesang von Dodo (Dodo heißt eigentlich ein ausgestorbener Vogel, der das Wappentier von Mauritius ist) zu folgen, doch die Texte sind glücklicherweise im Booklet abgedruckt, was die Sache vereinfacht. Auf Tunes von Jr. Blender, Teka, House of Riddim oder Payaz ist ein äußert lebendiges, lebensfrohes und abwechslungsreiches Album gelungen. Die meisten der 15 Songs fahren eine softere Gangart, relaxen auf Zürcher Art, lassen aber auch nie den nötigen Schwung vermissen. Die richtige Würze kommt durch die zahlreichen Features, so haben Namusoke, Andrew Robinson, Nosliw (auf dem wunderschönen Liebessong „Mädchen für Alles“), Guillermo Sohrya, Rebellion The Recaller, Cali P. und Salt of the South einen Beitrag hinterlassen. Der besondere Sound entsteht durch live eingespielte Riddims, die zum Beispiel auf dem Opener „Endlich“ deutlich zu hören sind, und zum anderen durch synthetische Beats, die auf Nummern wie „Pimp My Soul“ ein deutliches Gegengewicht bilden. Hin und wieder gibt es auch etwas Roots-Style. Dodo ist ein überzeugendes Debüt gelungen, eine entspannte, aber nicht oberflächliche Platte. Also lasst euch vom Schwyzerdeutsch nicht abschrecken, sondern lasst euch drauf ein! Wertung 7/10.