Damien Rice ist ganz schön eigenwillig. Nicht nur, dass das Nachfolgealbum seines überall gefeierten Debüts „O“ jetzt erst nach vier Jahren erscheint, nein, der eigentliche Grund dieser, naja, „zügigen“ Veröffentlichung waren allein seine unzufriedenen Bandkollegen, die die Band wohl verlassen hätten, wäre das Album nicht in nächster Zukunft fertig gestellt worden. Diese etwas merkwürdig anmutende Gruppendynamik merkt man „9“ jedoch zu keiner Sekunde an, schon mit dem Opener „9 crimes“ zeigt sich Damien Rice von seiner stärksten Seite – ein Klavier, ein paar Streicher und seine sanfte Stimme im Duett mit einer Bandkollegin – mehr bedarf es hier nicht für einen grandiosen Einstieg. Die meisten der zehn Songs klingen ähnlich ruhig, folkig und minimalistisch instrumentiert, einfach wunderbar schön. Warum mussten sich nur bloß diese zwei überaus doofen und kommerziell klingenden Popsongs dazwischen mogeln? Ganz so eigenwillig ist Damien Rice dann wohl doch nicht. Wertung 7/10.