Cursive – Happy Hollow Saddle Creek Europe / Indigo VÖ 25.08.2006
„Happy Hollow“ scheint Tim Kasher´s persönliche Abrechnung mit dem amerikanischen Kleinstadtleben zu sein. Schon das Cover und der Titel des Albums legen diese Vermutung nahe, ein Kleinstadtpanorama irgendwo in der amerikanischen Einöde, über dem die mit Stadtszenen ausgemalten Buchstaben „Happy Hollow“ prangen. „Welcome all to our small town“, singt der Cursive-Frontmann im Intro und macht sogleich klar worum es ihm in den 14 Songs von „Happy Hollow“ geht: Um einen zynischen und gleichermaßen klärenden Blick auf das fundamentalistische Christentum, das ja traurigerweise amerikanische Gemeinden, vor allem in ländlichen Gegenden, mit seinen rigiden Moralvorstellungen fest im Griff hat. Ähnlich einem Konzeptalbum, ist „Happy Hollow“, eine über 14 Songs angelegte Erzählung, die mit jedem Song einzelne Episoden der fiktiven Kleinstadt „Hollow“ thematisiert, so zum Beispiel die unterdrückte Homosexualität eines Priesters. Musikalisch findet das in gewohnter Cursive-Manier statt – komplex instrumentiert, mit Kashers prägnanter Stimme, dissonanten Gitarren, schrägen Melodien, aber auch ruhigeren Momenten. Dank einiger Blues und Gospel Anleihen hört sich „Happy Hollow“ sogar ein wenig abenteuerlicher als vorherige Alben an. Unglaublich wie beeindruckend Konzeptalben doch manchmal sein können. Wertung 8/10.