Coolio – The Return Of The Gangsta Edel VÖ: 18.08.2006
Wer kennt ihn nicht, Coolio? Zumindest diejenigen, die 1995 im richtigen Alter waren, kamen nicht an „Gangsta’s Paradise“ vorbei. Nicht zuletzt, weil die Single auch im Film „Dangerous Minds“ mit Michelle Pfeiffer gefeatured wurde. Insgesamt hat Coolio weltweit 27 Millionen Tonträger verkauft – Respect!. Nun, das ist lange her, zuletzt ist der Rapper aus Californien nicht mehr positiv aufgefallen: 1997 Festnahme in Böblingen, 2002 ein gnadenloser Flop mit dem Album „El Cool Magnifico“, 2004 als Lachnummer bei der ProSieben-Show „Comeback“ putzte er sogar Autos in einer Kölner Waschstraße. Immerhin gibt Coolio nicht auf und verkündet großspurig „The Return Of The Gangsta“. Da prallen Welten aufeinander, vergleicht man die letzten Jahre bildlich mit dem neuen Albumcover, wo er sich ganz in feinen weißen Stoff gehüllt als Oberpimp präsentiert. Doch Coolio bekommt Hilfe: Von seinem „Freund“ Snoop Dogg, der auf „Gangsta Walk“ mitrappt. Leider passen die beiden gar nicht zusammen. Trotzdem zeigt der sechsfache Vater, dass er auch noch mehr als zehn Jahre nach „Gangsta’s Paradise“ catchy Tunes zusammenbringt. Der Opener „Let It Go“ zum Beispiel, „Do It“, „Keep On Dancing“, „Keep It Gangsta“ oder „Daddy’s Song“. Weniger erwähnenswert sind dagegen die Features von Brasa, K-La oder Gangsta-Lu – im Vergleich zu Snoop fällt das in die Kategorie „No-Names“. Es gibt nichts negatives zu sagen über dieses Album, abwechslungsreich und druckvoll produziert sprüht die Scheibe zwar nicht vor Hits, gibt sich aber auch keine Blöße, mag man Pimps und G-Funk. Wenn ich zurückschaue auf das letzte Album, so ist es Coolio gelungen, sich erheblich zu steigern und den alten Vibe wiederaufzugreifen. Es hätte ein schönes Comeback werden können, hätte er vor zwei Jahren im TV nicht schon seine Seele verkauft. Auch spannend: das Album wird vorerst in Amerika nicht veröffentlicht! Warum? Vielleicht weil Coolio für drei Alben auf dem Label Subside Rec des italienischen Dance-Producers Vanni G unterschrieben hat. Eine Erfolgsgeschichte klingt anders. Wertung 6/10.