Was für eine Karriere: Vom Skateboard-Weltmeister, über den Frontmann der Crossover-Formation Thumb bis zum Entertainer mit den Alternative Allstars. Lange war es jetzt ruhig um den Gütersloher, der die Zeit nutzte, um ein richtiges Soloalbum einzuspielen. Aufgenommen wurde dieses in seinen eigenen Studios, und auch das Artwork kommt aus seiner Hand. Im Booklet schreibt Grabke: „the idea was to record a rock album without any overdubs“. Das klingt dann straight, direkt, erdig und roh, richtig roh. Der Härtegrad dabei erinnert eher an die Alternative Allstars als an Thumb, das Tempo ist meist gemächlich. Irgendwo hat er sich zwischen Rock’n’Roll, Noise, Punk und Indie eingefunden. Unverwechselbar klingen die Songs, denn Grabkes Stimme ist sowieso unverkennbar. Es wirkt so, als ließe der Sänger sämtlichen seiner Ideen und Visionen freien Lauf. Und damit sei auch gesagt, dass sich das Album wohl keinesfalls mit den Verkaufszahlen der Vorgängerbands messen werden kann, denn es verzichtet auf jeglichen Mainstream-Appeal wie eingängige Melodien. Vor allem der dreckige Sound wird so manchen abschrecken. Soweit zu „Dead Hippies“, jetzt zu „Sad Robot“, so ist die zweite CD betitelt. Es handelt sich keineswegs um einen Bonus, sondern das Werk ist als Doppelalbum ausgelegt. Nach den schroffen den Tönen der ersten Scheibe kommt jetzt sogar mal ein Orchester zum Einsatz („You Were All To Me“). Auf dem zarten Opener „Bluesbird“ haucht Grabke seine Lyrics ins Mikrofon, eine sphärische Stille liegt über dem Song. Alle elf Tracks der zweiten CD schlagen in diese Kerbe. Keine harte Gitarre erklingt, hier erleben wir den einst so lauten Sänger wirklich von einer neuen Seite. Insgesamt ein interessantes Album, das viel von der Persönlichkeit von Claus Grabke preisgibt, was aber zugleich einige Reibungsmomente mit sich bringt. Wertung 7/10.