Irgendwie passt es, dass Sängerin Tracyanne Campell Camera Obscuras „Let´s Get Out Of This Country“ gerne als Soundtrack eines Films sähe. Das Album würde sich musikalisch perfekt in den Hintergrund eines Spielfilms einfügen und für einen tollen Soundtrack sorgen. Aber ob es gleich David Lynch sein muss? Die Wahl des Filmemachers sollte die Frontfrau des Glasgower Sextetts vielleicht doch noch einmal überdenken, denn David Lynch passt hier eigentlich nicht ganz so recht, ist es doch eher die zauberhafte Leichtigkeit der zehn Songs die am meisten fasziniert. Etwas Romantischeres wäre da vielleicht angemessener, denn mit ihrem harmonischen und folklastigen Kammerpop, der von der wunderbaren Stimme Campells getragen wird und an stark 60ties beeinflusste Belle&Sebastian bzw. die Beach Boys während ihrer „Pet Sounds“ Phase erinnert, schaffen es Camera Obscura glückliche Pärchen und melancholische Singles gleichzeitig anzusprechen und zu berühren – Glück und Melancholie stehen hier symbiotisch eng beieinander. Für einen lauen Sommerabend perfekt – egal ob glücklich zu zweit oder traurig alleine. Wertung 8/10.