Warum Busta Rhymes sein neues Album „The Big Bang“ nennen musste, ist nicht ganz logisch, ist doch klar, dass er einen Big Bang abliefert. Die größte Aufregung gab es eh im Vorfeld, nämlich als bekannt wurde, dass Busta für dieses Album eine Ehe mit Dr. Dre eingeht. Dadurch ist einiges in Bewegung geraten, das wird schon nach den ersten Songs klar, die ganz anders als noch bei „Anarchy“ oder „It Ain’t Safe No More“ klingen. Und mit „Big“ oder „Bang“ hat das Ganze auch nichts zu tun. Dunkel ist der Sound geworden und längst nicht mehr so temporeich. Überraschender ist es allerdings, dass sich Busta zurückhält, ja fast im Hintergrund steht. Keine rasanten Rapattacken mehr, stattdessen ein Busta der immer wieder fast majestätisch aus dem Schatten tritt. Für die die Show sorgen die Gäste. Und an denen sieht man wer der Busta so ist: Missy Elliot, NAS, Stevie Wonder, Q-Tip, Will.i.am, Kelis und Raekwon, um einige zu nennen. Und so einige sind auf der Auswechselbank sitzen geblieben, an Material soll es Busta für dieses Album nicht gefehlt haben. Trotzdem dürfte die Zusammenstellung dieser letztendlich 15 Tracks viele Fans vor den Kopf stoßen, auch weil die Beats von Dre, Erik Sermon, J. Dilla, Swizz Beatz, Timbaland, Will.i.am oder DJ Scratch ein anderes Kaliber haben, als dass man vom alten Busta Rhymes kannte. An Qualität mangelt es dem „Big Bang“ keinesfalls, ebenso ist es ein musikalisch recht vielfältiges Album von Soul „In The Ghetto“ über klassischen Rap „Goldmine““, Club-Banger „I Love My B****“ bis lasziv-meerestrunkener Spähre „Legend Of The Fall Offs“. Nur zwei Mal tritt Busta solo auf, das sagt schon einiges aus. Wer den New Yorker Rapper direkt und pur erwartet hatte, wird enttäuscht sein. Alle anderen freuen sich über ein wirklich großes Album. Wertung 9/10.