Neulich in meiner Studentenbude. Neue CD? Buckcherry? Na, dann mal reingehört. „I didn´t do it for money, I did it all for free“, singt Josh Todd im ersten Song. Und dazu qualmen die Gitarren! Schnell das Begleitheftchen hergeholt: Stand da irgendwas von einem gewissen Herren namens Young drin? Nö? Kann nicht sein. Denn Buckcherry legen los, als seien sie die Söhne der Starkstromrocker ACDC. Fette Rock´N´Roll-Riffs, schöne Soli, Todds Gesang, der an manchen Stellen an Bon Scott/Brian Johnson erinnert: Wer bei diesen Zutaten nicht sofort an ACDC denkt, hat seine Rock-Hausaufgaben aber wirklich sträflich vernachlässigt. Drei Songs rocken Buckcherry – und dann ist es plötzlich zu Ende. Schnell die CD aus dem Player geholt, stimmt da was nicht? Doch, gleiche Scheibe. Wahnsinn: Wo ist der Rock´N´Roll hin? Weg. Ab dem vierten Lied spielen Buckcherry Alternative Rock vom Seichtesten (Marke Puddle Of Mudd, Hoobastank und Konsorten). Ebenso radiokompatibel wie langweilig, gähn. Wie lange dauert diese Scheibe denn noch? Und dann die nächste große Überraschung: Plötzlich dröhnt wieder Rock´N´Roll aus meiner Anlage. Häh? Lied Nummer sieben läuft mittlerweile – und das rockt! Unfassbar – zumal dieser Spagat bis zum Ende des Albums so weiter geht. Offensichtlich haben sich Buckcherry noch nicht ganz entschieden, ob sie rocken oder lieber mit seichtem Alternative Rock direkt ins Radio kommen wollen. Und deshalb muss das Fazit für „15“ zweigeteilt ausfallen: Die Songs, die schön traditionell nach klassischer ACDC-Machart nach vorne rocken, machen Spaß – auch wenn sie Eigenständigkeit vermissen lassen. Die seichten Lieder zwischendurch sind hingegen nicht mehr als Füllmaterial. Buckcherry sollten sich entscheiden, welche Musik sie machen wollen. Und wenn ich an dieser Stelle einen bescheidenen Tipp loswerden dürfte: Jungs, rockt! Denn das könnt ihr entschieden besser! Wertung 6/10.