Brasilianische Musik ist immer präsent, wie auf der diesjährigen Popkomm in Berlin oder c/o pop in Köln, aber es sind nur wenige Namen wie Gilberto Gil, die international Bedeutung haben. Nach wie vor werden Stile wie Choro, Samba, Bossa Nova, Tropicália oder Axé mit Brasilien verbunden, aber die wenigsten brasilianischen Gruppen werden damit in Europa bekannt. Einen derartigen Mix gibt es auch auf dem Sampler Brasil do Futuro vom französischen Label Naive, der von Remy Kolpa Kopoul zusammengestellt wurde. Auf 17 Tracks gibt es hier eine illustre Mischung von Künstlern wie Marcelinho Da Lua, Seu Jorge, Curumin, Cibelle, DJ Dolores, Max de Castro, Ceu, Aline de Lima, Silverio Pessoa oder Apollo Nove. Eröffnet wird der Reigen von Autoload mit „Zé Pequeno“, einem Mix aus dem City of God Soundtrack. Bei Brasil do Futuro geht es überwiegend um handgemachte Musik, und nicht um Electro-Sound, wie er sonst auf vielen Samplern vertreten ist, die das Label „Brasil“ tragen. Sicherlich ist das hier nichts für jedermanns Hörgewohnheiten. Nicht umsonst war der traditionelle, neue und echte Sound Brasiliens noch nicht in unseren Charts vertreten. Musikliebhaber werden aber ihre Freude haben. Wertung 7/10.