Warum ein Franzose vom Western träumt, ist nicht ganz so klar. Jedenfalls muss niemand – trotz Titel wie „Tennessee“ – ein Country Music Album erwarten. Der Pionier des French House besinnt sich allerdings auf alte Werte zurück und setzt auf echte Instrumente, auf besagtem Song ist das eine Slide-Gitarre. Musikalisch spult Bob Sinclar seine gesamte Bandbreite ab: Rare Grooves, Funk, HipHop und Acid Jazz. Der Opener und gleichzeitig Hitsingle „Love Generation“ fällt da mit seinem verträumten Tempo und über acht Minuten Länge etwas aus dem Rahmen, auch wenn es noch andere langsame Songs gibt. Das vierte Album des in Paris lebenden DJ, Produzenten und Labelmacher ist ein äußerst vielseitiges geworden, auch bedingt durch zahlreiche Gäste. Wailers-Sänger Gary „Nesta“ Pine singt gleicht auf mehreren Songs, Liebe gibt es auf „Amora, Amor“ mit Bossa-Nova-Sängerin Catia Werneck und DJ Martin Solveig tritt mit Sinclar im „Duett“ „For You“ an. Allzu viel gibt es ja nicht zu hören, 11 Tracks plus ein Remix von „Love Generation“, und dennoch schafft es Bob Sinclar unglaublich viel unterzubringen. Er nimmt uns mit auf einen intensiven Sommertraum, leicht, verspielt und farbenfroh. Aus diesem will keiner aufgeweckt werden; wird man auch nicht. Wertung 9/10.