Es gibt Musik, zu der kann man keine neutrale Einstellung haben. Man kann sie nur lieben oder ablehnen. Musik, wie die von Blackmores Night, in deren Rahmen Richie Blackmore, der ehemalige Gitarrist von Deep Purple, seit einigen Alben Renaissance-Klängen frönt. Klar, dass das von Beginn an kontroverse Reaktionen hervorrief. Und um es kurz zu machen: Daran wird auch die aktuelle Scheibe „The Village Lanterne“ nichts ändern, denn stilistisch tut sich auf dieser im Vergleich zu vergangenen Veröffentlichungen absolut nichts. Außer, dass die Lieder insgesamt etwas weniger Melancholie atmen und flotter daher kommen. So bietet zum Beispiel das formidable „St. Teresa“ inklusive eines tollen Stromgitarren-Solos des Meisters rockige Anklänge in nie dagewesenem Ausmaß. Ein fantastischer Song! Rock meets Renaissance lautet hier das Konzept. Und das verfolgt der Ex-Rockstar auch durch die Kombination von „Mondnacht“ mit einer Strophe vom alten Purple-Klassiker „Child In Time“. Insgesamt bietet dieses Album also etwas mehr Rock als in vergangenen Zeiten. Letztlich verzichtet Blackmore aber auf „The Village Lanterne“ auf grundsätzliche Neuerungen. Die kontroversen Reaktionen werden deshalb sicher auch diesmal nicht ausbleiben: Man kann diese Musik wirklich nur lieben – oder eben ablehnen. Es bleibt also alles beim Alten. Wertung 8/10.