Anders als der Vorgänger „Friend or Foe?“, erscheint das mittlerweile fünfte Album „Aerial View“ der Koblenzer Indierock-Institution Blackmail nicht mehr auf dem Major Warner, sondern auf dem Indielabel City Slang, auf dem mit Notwist, Lambchop und Nada Surf berühmte Kollegen auf die vier Jungs warten. Diese durch den Labelwechsel neu freigesetzte Energie, Kreativität und Spielfreude merkt man der Band schnell an – unter anderem überraschen Blackmail mal mit kleinen elektronischen Spielereien, mit einem hymnischen Chorgesang wie auf „Moonpigs“, oder mit einer Posaune die völlig abrupt den Song „Couldn´t Care Less“ beendet. Ansonsten gibt es aber auch auf „Aerial View“ den typischen Blackmail Sound, melancholisch angehauchter und melodischer Indierock, geprägt durch das dichte Gitarrenspiel von Kurt Ebelhäuser und den gepressten und etwas an Placebo erinnernden Gesang von Aydo Abay. Hits wie „Everyone Safe“ oder „Meddlesome“, dürfen natürlich auch nicht fehlen. Man merkt, dass der Labelwechsel Blackmail gut getan hat. Elf erfrischende Songs mit knapp vierzig Minuten Spielzeit. Wertung 7/10.