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Ben Kweller
ATO / Red Ink / Rough Trade VÖ: 15.09.2006

www.benkweller.de

 

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Singer/Songwriter-Musik ist momentan schwer angesagt - spätestens seit den Erfolgen der beiden populären Vertreter James Blunt und Jack Johnson. Mit Ben Kweller legt nun ein weiterer relativ unbekannter Musiker sein neues selbstbetiteltes Album in diesem Genre vor. Nur ein weiterer Abklatsch der Prominenten? Nein, bei Kweller liegt die Sache anders. Der heute 25jährige verließ Mitte der Neunziger die Schule, um mit seiner Teen-Punkband Radish den Rock'n Roll-Weg einzuschlagen. 1999 löste sich die Band aber auf und so zog Kweller nach Brooklyn/ NY, um eine Solokarriere zu beginnen. Auf seinem aktuellen Silberling mischt er klassische Singer/Songwriter- mit nostalgischen Rockelementen. Die Folge davon ist, dass seine Scheibe an einigen Stellen angenehm angestaubt klingt – und das im positivsten Sinne! Zu diesem Eindruck trägt auch bei, dass Kweller neben der Gitarre noch einen ganzen Haufen weiterer Instrumente einsetzt, die heutzutage kaum mehr zu hören sind: Dazu gehören unter anderem eine Mundharmonika, ein Glockenspiel oder ein Xylophon. Wirklich beeindruckend – zumal Kweller alle Instrumente auf seinem Album selbst eingespielt hat! Herausgekommen sind elf wunderbare Songs zwischen Pop, 70er Rock und Singer/Songwriter-Musik. Das klingt manchmal ein wenig verschroben, manchmal eingängig, bisweilen herrlich fragil und bisweilen zart. Stimmungsmäßig pendeln die Lieder dabei zwischen Nachdenklichkeit und Melancholie. Als Highlight der Platte sticht übrigens „Thirteen“ heraus, interessanterweise auch Kwellers ganz persönliches Lieblingslied. „Bei 'Thirteen' habe ich einfach einen Vers nach dem anderen geschrieben und nie das Bedürfnis nach einem Refrain gehabt. Die Worte allein haben den Song davongetragen. Während ich an dem Stück schrieb, kamen diese ganzen Emotionen aus mir heraus“, erzählt der Musiker. Alles in allem ist diese Scheibe ein faszinierendes Kleinod dieses Genres geworden. Nur ein weiterer Abklatsch der Prominenten wie Blunt oder Jackson? Nein, absolut nicht. Nicht nur durch die vielfältige Instrumentierung und die teilweise etwas verschrobenen Songs setzt Kweller einen ganz eigenen Akzent. Wirklich hörenswert! Wertung 8/10.

Autor:
Matthias Klein


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