Beck ist schon von daher ein Phänomen, dass er gar nicht poppig klingt obwohl er Pop macht. Oder anders gesagt: Er ist wahnsinnig erfolgreich mit Musik, die eigentlich nicht massenkompatibel klingt. Nun erscheint sein neues Album, mit dessen Arbeit er schon vor Fertigstellung des Vorgängeralbums "Guero" begann. Vergessen wir aber mal Vergangenes und widmen uns dem Neuen, das ohne jede Zweifel als Gesamtkunstwerk bezeichnet werden kann. Der CD nämlich liegt eine DVD bei, auf der Videoclips zu jedem der 15 Songs enthalten sind. Alle gedreht von Beck selbst während der Studiosession. Okay, das ist auch nicht zu übersehen – YouTube Style eben – aber auch da kann der Charme liegen. Gerade bei Beck. Musikalisch dagegen gibt es keine Überraschungen, aber sind wir ehrlich: Becks Musik ist auch so schon überraschend genug. So sprühen auch die 15 neuen Stücke nur so vor Ideen, vor Aberwitz, vor Verrücktheit und vor Catchyness. Warum da der nüchterne Titel „The Information“? Hier einen Hit auszumachen, ist trotzdem schwierig, nicht umsonst schaffte Beck seit 1994 mit „Loser“ keinen Single-Charterfolg mehr in Deutschland. Wir brauchen aber auch keine Single, und freuen uns über ein Album, das von Anfang bis Ende gelungen ist. Im Gegensatz zum Vorgänger „Guero“ wurde „the Information“ wieder von Nigel Godrich („Sea Change“,...) produziert. Das Beste zum Schluss, denn noch sind nicht alle guten Gründe aufgezählt, die zum Kauf animieren: Das Booklet ist ein vollgepacktes, liebevoll designtes Stickerheft und bietet somit garantiert einen Mehrwert. Damit jeder sein eigenes Cover gestalten kann. Becks Musik macht halt kreativ. Wertung 9/10.