Ziemlich genau ein Jahr ist es her, dass das Collabo-Album von den Rap-Giganten Kool Savas und Azad erschienen ist. Das Album wurde von den Fans der beiden Lager, besonders in der Altersgruppe über 16 Jahre, nicht so freudig empfangen wie es sich wahrscheinlich Savas und Azad vorgestellt hatten. Tracks wie "Guck my man" spiegelten einfach nicht das große Talent von einem Azad oder einem Savas wieder. Als dann Anfang dieses Jahres seitens Universal / Bozz-Music bekannt gegeben wurde, dass Azad noch zum Ende des ersten Quartals ein weiteres Album releasen wolle, waren die verschiedensten Aussagen in hiesigen HipHop-Foren zu lesen: Die einen posaunten, dass sie die Platte blind kaufen werden, denn auf Azad sei ja immer Verlass. Die anderen Aussagen jedoch drückten die Ungewissheit der Rap-Fans aus: Man weiß nicht, inwiefern Azad seine aus "Bozz" oder "Nordweststurm" bekannten Stärken wieder zeigt. Nach einmaligem Durchhören kann ich mit gutem Gewissen sagen, Azad enttäuscht nicht, er wird den großen Erwartungen gerecht! Azad liefert auf "Game Over" tolle Features, die quasi dafür prädestiniert sind Spitzen-Hooks zu singen. Gemeint ist damit die Sängerin Cassandra Steen, J-Luv, das Gesangstalent Xavier Naidoo und der hierzulande eher unbekannte Siwan Perwer. Erwähnenswerte Rap-Parts neben dem Haupt-Artist liefern zu einem der Ami Akon auf "Streetlife", zu anderen die Jungs von Warheit. Der Track mit Saad, dem Rap-Partner von Bushido, ist leider weniger gut als ich es erwartet hatte. Von Saad bin ich einiges besseres gewohnt als zum Beispiel "(...) vorbei mit der Schonfrist, weil du ein Hurensohn bist!". Ansonsten gibts echt nicht wirklich was, was man kritisieren könnte: Azad rappt gute Texte, auf guten Beats mal solo, mit einer guten Portion Aggressivität, mal mit sehr talentierten Features. Und das durchweg.
Wertung 9/10.