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Architecture in Helsinki – In Case We Die
V2 Records / Rough Trade VÖ: 13.01.2006

www.architecture inhelsinki.com


Um „Architecture in Helsinki“ und deren Songs beurteilen zu können, mangelt es zunächst einmal an einem Ansatzpunkt. Kategorisieren lässt sich das Gehörte jedenfalls nicht, geschweige denn an irgendeinem Maßstab messen. Es sind Ansätze von populärer Musik erkennbar, verschwinden aber ständig hinter dem Einsatz solch orchestraler Instrumente wie Xylophon, Geige, Tuba, Posaune, Klarinette, aber auch Saxophon, um nur einige zu nennen. Angesichts der acht Mitglieder umfassenden Band, fragt man sich, ob es sich hier um Multiinstrumentalisten handelt, doch erfährt man schon bald, dass sich bei der Aufnahme zu „In case we die“ auch bis zu 40 weitere Freunde der Bandmitglieder klangmäßig verewigt haben. Gerade das Miteinbeziehen so exotischer Instrumente wie Triangel und Holzblock erinnert eher an eine Musikstunde in der Musikschule oder einem Bandprojekt bei der VHS, natürlich wesentlich professioneller. Manchmal klingt der Gesang wie in einem Musical, vor allem der Backround bedient sich oftmals einer manierierten Betonung die an The B 52’s erinnert. Bei „Frenchy. I’m faking“ kommt plötzlich eine Kreissäge zum Einsatz, was unter Berücksichtigung des Bandnamensbestandteils Architecture zu einer Assoziation mit den Einstürzenden Neubauten führt. Alles in allem sind die Kompositionen demnach auch Klangarchitekturen. Der weitere Namenbestandteil Helsinki lenkt in absolut diametraler Weise davon ab, dass die Band aus Australien stammt. Lediglich eine eventuell in den Stücken zu erkennende Nähe zu ähnlich konfus arrangierten Stücken des modernen finnischen Komponisten Jean Sibelius vermag hier eine Verbindung herzustellen. Am ehesten Musikmarkt-kompatibel erscheinen mir die Stücke „Maybe you can owe me“, „Do the whirlwind“ oder „The cemetery“, die von ihrer Struktur her einen konkreten Aufbau und konstanten durchgängigen Beat besitzen. Die Cover-Gestaltung von „In case we die“ sowie auch der Debüt-CD „Fingers crossed“ und den dazugehörigen Single-Auskopplungen scheint sich an den Vorbildern der „Naiven Malerei“ zu orientieren. Ohne Frage ist das vorliegende Album innovativ und im Besonderen wahnsinnig mutig. Wertung 5/10.

Autor:
Frank Findeiß


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