Anthony Rother ist einer der gewichtigen Namen in der Electro-Szene, auch wenn er nicht für große Hits verantwortlich ist wie Kollege Sven Väth, mit dem er 1999 auf Amerikatour war. Sein neues Album „Super Space Model“ ist eine durchweg entspannte Mischung fiepsiger Digitalität und sphärischer Vocals. Die Beats halten sich meist zurück oder entwicklen sich nur langsam. Es ist ein Album das Zeit braucht und dem man Zeit lassen muss. Es geht jedoch auch treibender, auf „Youth“ stampfen die Beats, wenn auch ohne großen Bass, und auf „Push To Talk“ erklingt technoide Direktheit. Überhaupt verzichtet Anthony Rother nach dem extrem langsamen Beginn im Mittelteil auf den Einsatz seiner Stimme und wendet sich mehr dem Clubbing zu. Schnell zur Sache kommen trotzdem die wenigstens der elf zwischen zwei und acht Minuten langen Songs. Gearbeitet hat Rother diesmal mit analogen Instrumenten, das wird vor allem beim sehr sphärisch-warm und zeitgleich kühl klingenden „Why“ klar, das seine Kraft aus der fehlenden Struktur und der damit verbundenen Spannung schöpft. Ein Album für Individualisten auf der Suche nach dem Data im Punk, oder besser umgekehrt. Wertung 8/10.