Diese Frage stellt sich irgendwann zwangsläufig. Da hat man endlich die auserwählte Herzensdame bei sich in der winzigen Bude zu Gast. Die Kerzen sind aufgestellt, das gesammelte dreckige Geschirr ist gespült, der Rotwein schon entkorkt und sogar der Staubsauger kam mal wieder zum Einsatz. Es klingelt. Das muss sie sein. Aber welche Musik passt nun? Da ist guter Rat teuer. Jetzt bloß nichts falsch machen. Heavy Metal-Klänge verbieten sich ja wohl von selbst. Mainstream-Matsch? Für einen Rocker nur schwer zu ertragen. Frauen-Musik etwa von Chartstürmer James Blunt? Och nö. Was nun? Eine klassische Situation, in der die Entscheidung schwer ist. Es soll doch schließlich alles perfekt sein. Aber halt: Zum Glück gibt es Ant. Als klassische Singer/Songwriter-Musik wandeln die Lieder vom aktuellen Album „Footprints Through The Snow“ zwar deutlich hörbar auf den Spuren von James Blunt und Konsorten. Der Unterschied ist aber, dass die Vocals im Gegensatz zu Blunts Gesängen kaum die Nerv-Grenze überschreiten und in „Gejammere“ abgleiten. Nein, die Songs atmen zwar eine wunderbar melancholische Grundstimmung, bleiben aber in ihrer Melodiösität überwiegend sehr gut anzuhören. Gesangstechnisch wird der geneigte Hörer an einigen Stellen eher mal an Sean Lennon denken müssen. Fazit? Ants „Footprints Through The Snow“ ist Frauen-Musik, die man aber auch als Mann in ruhigeren Momenten jederzeit problemlos hören kann, ohne vor Peinlichkeit gleich gesichtstechnisch die Farbe einer Tomate nachzuahmen. Und eines ist auch klar: Wenn die Traumfrau mit dieser Musik nicht einverstanden ist, empfiehlt sich sofort der Griff zu den Metallica-CDs. Die vermeintliche Herzdame ist dann nämlich sowieso nicht zu gebrauchen. Wertung 9/10.