Wenn Sänger sich von ihren Bands trennen und fortan unter anderer Flagge musizieren möchten, so heißt das keinesfalls zwangsläufig, dass sich die Herren musikalisch unbedingt neu ausrichten. Frontman Tom Delonge hat sich nach seinem Ausstieg bei den Blödel-Punkrockern Blink 182 unter dem Namen Angels And Airwaves einige bekannte Musiker ins Boot geholt: An der Gitarre spielt David Kennedy (Ex-Box Car Racer), die Drumsticks schwingt Atom Willard (Ex-The Offspring, Alkaline Trio) und den Bass bedient schließlich Ryan Sinn (Ex-The Distillers). Dabei wäre es fast gar nicht zu dieser Band gekommen. Wäre nämlich der Demokrat John Kerry 2004 als Präsident ins Weiße Haus gewählt worden, hätte Delonge als Teil seines Teams einen Posten im Bereich Jugendarbeit übernommen – wie der Sänger kürzlich in einem Interview verriet. Kerry verlor aber die Wahl gegen George W. Bush und so rief Tom Delonge also Angels And Airwaves ins Leben. Mit „We Don´t Need To Whisper“ liegt nun das Album dieser Gruppe vor. Und das hat musikalisch leider recht wenig zu bieten. Nicht nur wegen Delonges charakteristischer Stimme muss der geneigte Hörer ständig an Blink 182 denken. Der einzige Unterschied zu dessen alter Band besteht darin, dass nahezu alle Songs so klingen wie eine ruhigere Version der Punkrocker. Blink 182 für Erwachsene oder so ähnlich. Einzige Ausnahme ist der Song „War“, der schön nach vorne geht. Der Rest der Platte hingegen plätschert so vor sich hin, gähn. Wenn Sänger sich von ihren Bands trennen und fortan unter anderer Flagge musizieren möchten, so heißt das eben keinesfalls zwangsläufig, dass sich die Herren musikalisch unbedingt neu ausrichten. Enttäuschend. Wertung 3/10.