Bereits das stark pastell, mit leichten Farben und collagenartig gestaltete Cover erinnert irgendwie an die 60er Jahre und tatsächlich steckt in dem Debüt-Album der vier Hildesheimer von Aeroclub ne Menge 60er-Beat, der glanzvoll mit modernen Mitteln aufgefrischt wurde. Kaum zu glauben, dass es sich um ein Erstlingswerk handelt. Aber wenn man sich genauer mit der kurzen Bandgeschichte auseinander setzt, stellt man fest, dass sich sehr schnell lukrative Größen um die Karriere von Aeroclub bemüht haben. So haben sie z. B. mit Jens Krause (u. a. Producer von Fury in the slaughterhouse) zusammengearbeitet, konnten ihr Mastering in den Abbey road studios durchführen, wo einst die Beatles ihre Platten aufnahmen, wurden in den „Bandpool“ der Popakademie Mannheim und schließlich zuletzt im Herbst 2005 in den John Lennon Talent Award unter Aufsicht von Yoko Ono aufgenommen. Da kann ja nichts mehr schief laufen. Obendrein sind die Songs tatsächlich homogen, in sich stimmig und verströmen eine unbeschwerte Leichtigkeit. Sänger und Gitarrist Martin Quast sowie Drummer Gregor Hüttner lernten sich auf einem Flug aus Griechenland nach Deutschland kennen (daher: Aeroclub) und entschlossen sich, sonnige Musik zu machen. Das ist ihnen gelungen. Auch 70er-Jahre-Sounds beeinflussen die Songs. Von den Beatles (wie etwa in „Catch me if you can“, „Let love be free“ und das in seiner Rhythmik doch sehr stark an „Ticket to ride“ von den Beatles erinnernde „Maybe sometime“) über ein bisschen Supertramp, Chicago (meiner Meinung nach sind Ähnlichkeiten in „Go so far“ zu erkennen) bis hin zu mehr britpopigen Rhythmen à la Oasis („Believe in me“) wird musikalisch alles abgedeckt. Alles in allem hörenswert. Wertung 8/10.