Nicht ganz so verraucht und versoffen wie Tom Waits und auch nicht so melancholisch wie Nick Cave, dafür aber etwa in der gleichen Stimmlage, eher wie Brad Roberts von den Crash Test Dummies, trägt Dan Michaelson, der Sänger von Absentee, die überwiegend von einer Heiterkeit begleiteten, textlich ironisch-bissigen Songs vor, deren Themen dem Alltag entspringen. So sind es vor allem Lieder basierend auf entlarvender Beobachtung, über verfallende Liebe, peinliche Sexszenen, alltägliche Frustrationen oder über die Unausweichlichkeit von Kompromissen und dem Tod, in denen die Musik, die teilweise von einem Bläsersatz akzentuiert wird, eher eine Hintergrund-Atmosphäre verströmt. Auch ein hier und da sich hervortuendes spartanisches Gitarren-Solo verliert sich hinter dem bänkelsängerhaften Vortrag. Daran ändert auch nichts der teilweise countrymäßige Sound, wie er durch den Einsatz einer Slide-Guitar auf markante Weise etwa in „Truth is stranger than fishin‘“ vorkommt. Lediglich die klare Backround-Stimme der Keyboarderin Melinda Bronstein, die in nahezu jedem Song ihre helle und sanfte Nuance hinzusteuert sorgt im Vergleich zu der sehr dunkel-sonoren Stimme von Dan Michaelson für einen Kontrast. Nichtsdestotrotz ist nach zahlreichen EPs und Singles der jetzige vollständige Longplayer „Schmotime“ von Absentee ein gelungenes Debüt der etwas anderen Art. Wertung 7/10.