Reggae und Dancehall muss nicht immer aus Jamaika kommen, das ist mittlerweile allgemein bekannt, und so verwundert auch ein nigerianischer Singjay namens 3gga nicht weiter. 1970 in Benin City geboren, zog es Michael Osayande, wie er mit bürgerlichem Namen heißt, 2000 nach Österreich, wo er 2003 das Soundsystem „Italflame“ gründete. In Wien lernte er die Produzenten Flozotic und Mono kennen, die jetzt auch das erste 3gga Album produzierten. Herausgekommen ist ein Werk, das ziemlich abgeht, und mit den harten Beats und 3ggas eindringlicher Stimme auffällt. Er selbst nennt seinen Stil „Ragga Gbedu“, afrikanischer Dancehall. Die Tracks besitzen allerdings Tiefgang und sind nicht zu straight produziert. Auf der Single, gleichzeitig Titeltrack, „In di ghetto“ ist genug Platz für die einfühlsamen Hooklines von Aladin Sani, und der pumpende Beat hält sich zurück. Erwähnenswert sind auch die Single „Galala“, deren Rhythmus auf einem traditionellen Volkstanz basiert, und „Ready When U Ready“ featuring Daddy Freddie, dessen Oriental-angehauchter Beat von Texta stammt. Fehlen dürfen aber auch ein paar smoothe Tracks nichts, auf „Bun Down Coke“ zum Beispiel zeigt der Nigerianer, dass er auch viel Gefühl in seine Stimme packen kann. Alles in allem präsentiert uns 3gga ein sehr abwechslungsreiches Album, das alle Styles bedient und nicht nur auf die Dancehall-Schiene setzt. Wir sind gespannt wie’s weitergeht. Wertung 8/10.