Manchmal steht schon ziemlicher Blödsinn in den Promotexten zu neuen Platten. Hätte ich ihn diesmal nur gelesen, dann hätte ich nicht so verwundert aufgeschaut. Eine typisch deutsche HipHop-Platte habe ich erwartet. Im Promotext ist von rohem Sound, Electro und Synthie, England und Dizzee Rascal die Rede. Ja, das passt. Yaneq ist Berliner, kommt aus Kreuzberg/Friedrichhain, und auch das passt wiederrum, denn er ist sowas, was man als Lebenskünstler bezeichnet. Rapper, Partyveranstalter, Spoken Word, Schreiber, Autor und Schauspieler (Status Yo). Zurück zur Maxi, die uns fünf spektakuläre Tracks bringt, und wenn ich spektakulär schreibe dann meine ich das auch so. Yaneq ist der Mann am Micro und bringt uns mit dem Titeltrack „Wie fühlst du dich jetzt“ eine Abrechnung mit Mittelstand und Spießertum. Klar wird hier, dass Yaneq nicht der geborene Rapper ist, Flow ist etwas anderes, aber das ist auch egal. Ping Pong Beats und explosive Emotionen sind das was zählt. Es folgt „HipHop Elektroparty“, der Name ist Programm und der Track ist der perfekte Soundtrack fürs Berliner Partyleben. Danach kommt „Lebe in den Tag“ mit ein bisschen Soul von JoJo, eine Mischung aus den ersten beiden Tracks, stilistisch gesehen. Als Bonus gibt's zwei Remixe (die ihren Namen auch verdient haben), Electro halt. Wer meint deutscher HipHop wäre 2005 langweilig muss Yaneq hören. Die Revolution startet mal wieder in Berlin. Wertung 9/10.