Als Wunder im Sommer 2004 ihr Debütalbum „Was hält uns wach“ veröffentlichten, kamen sie zu früh. Die nächste deutsche Welle rollte erst langsam an. Jetzt folgt der nächste Versuch mit der gleichnamigen Single. „Was hält uns wach“ ist auch der stärkste Track des Albums von Wunder, 1995 von Katrin Schröder, Arne Ghosh, Peter Keller und Achim Köllner gegründet. Ein treibender Gesang, eingängige Texte, nur an den Dance-Beats könnten sich wieder die Geister scheiden, wir sind schließlich nicht mehr in 90ern. Dennoch ist das Ganze modern produziert. Zwei Remixe und „Zweiter Blick“, das auch auf dem Album enthalten war, runden die Single ab. Damit haben Wunder schon mal bessere Karten als bei ihrem Album, das mit furchtbaren EBM-Klängen beginnt. Auch sonst ist der Mix der Band nicht Juli-kompatibel, auch wenn dieser Vergleich hinkt, Wunder tourten zwar im Vorprogramm, sind aber eher im Electro-Bereich anzusiedeln. Massenkompatibel sind die schweren Beats von Wunder nicht wirklich, die Songs sind sperrig, der Gesang meist schroff. Daran ändert auch der leichte Gothic/Industrial-Einschlag nichts, auch nicht daran, dass das Ganze nicht wirklich innovativ wirkt. Straighte Songs, die man mal so runterhören kann wie „Was wäre wenn“, gibt es nur wenige. Mutige Jungs und Mädels werden Spaß an diesem Album haben, auch wenn die Stilmixtur von Wunder nicht wirklich gelungen ist. Wertung 5/10.