Techno und Live-Band, früher undenkbar, heute bringt Westbam es zusammen, ein Mann der sich als einer der wenigen aus der aussterbenden Techno-Szene in die weite Electro-Welt hinübergerettet hat. Zumindest sieht es vereinfacht so aus, wurde doch Westbam immer mit Mayday und Loveparade verbunden, trotzdem war der in Berlin lebende Münsteraner musikalisch schon immer umtriebig. Ganz so umtriebig ist da das neue Album gar nicht, eine Live-Band gibt es auch nur live, stattdessen widmet sich Westbam ganz dem Minimalismus. Dezente Basslines die sich durch Leere und Dunkelheit kämpfen, Westbam lässt sich Zeit für die Entwicklung der Tracks, die Explosionen kommen spät aber gewaltig. Erstaunlich klar zeigen sich so die 14 Tracks aber auch ganz anders als die Produktionen anderer DJ's, die in die Charts vorgedrungen sind. „Do You Believe In The Westworld“ kommt von unten, lässt sich Freiräume und scheut keine Experimente, es hat den Mut des Undergrounds. Westbam bedient damit sicher nicht den üblichen Clubbing-Sektor, den der großen Hallen und den der VIP-Rooms. Auch erstaunlich verspielt zeigt sich das Album auf Songs wie „Sunyday Morning“. Insgesamt eine erfrischende und packende Mischung, die man so von Westbam nicht erwartet hätte. Wertung 8/10.